Los Angeles

I’m in Los Angeles today
It smells like an airport runway
Jet fuel stenches in the cabin
And lights flickering at random

25. Juni 2015

Juni 2015: Ein Newsletter

Das Leben rennt gerade, die Jahresmitte ist erreicht, kaum einer der guten Vorsätze wurde bisher zu allen Prozent erfüllt, und das Meiste passiert momentan außerhalb dieses Blogs. Im Büro, primär. Je einfacher Microblogging wird, desto weniger interessant wird es – ich habe eigentlich Lust auf tiefschürfende, sinnerfüllte Beiträge, weniger Fragmente. Ich bewundere Menschen, die sich dafür die Zeit nehmen. Aber das Ausbleiben der Fragmenthaftigkeit heißt nicht, dass es keine gibt. Hier sind die Geschehnisse der vergangenen Wochen:

A — Für die Arbeit, die wir bei Edenspiekermann zusammen mit dem ZEIT Magazin Online gemacht haben, habe ich eine kleine Case Study geschrieben. Die wöchentliche Magazinbeilage der ZEIT hat seit einigen mehreren Monaten einen eigenen Online-Auftritt, für dessen Gestaltung ich mitverantwortlich bin.

B — Schon länger vergangen sind die Maker Days in der Agentur. Zwei Tage, die wir komplett unseren eigenen Projekten widmeten, neue Teams zusammenwürfelten und Nützliches (und auch Unnützliches) auf die Beine stellten. Auch darüber habe ich zwei kleine Berichte (Nummer 1, Nummer 2) geschrieben.

C — Noch mehr Text entstand auf der 20. TYPO Konferenz in Berlin Ende Mai, auf der ich in einem Editorial-Team mit über 20 Mitgliedern alle Vorträge in Textform festgehalten habe. Ich schrieb unter anderem über den Künstler & Illustrator Jon Burgerman. Außerdem nicht verpassen: Die Zusammenfassung des Vortrags von Jon Gray (der grandiose Gestalter hinter den Jonathan Safran Foer Covern). und, um den Bogen zu schlagen: Sonja Knecht im Gespräch mit Christoph Amend vom ZEIT Magazin. (Gerade merke ich, dass alle Beiträge so toll sind; sie verdienen einen separaten Beitrag).

D — Und zu guter Letzt (wir bleiben beim Journalismus) freue ich mich auf das kommende Wochenende, an dem ich zusammen mit Kollegen von Edenspiekermann und Martin Kotynek von ZEIT ONLINE einen Workshop beim Reporterforum in Hamburg geben werde, in dem wir ergründen wollen, wie wir neue Erzählformate für Smartphones gestalten und enwtickeln können. Der Spaß ist ausgebucht. No pressure at all!

… Und dann, ehe man sich umsieht, ist Herbst, und auf der To-Do-Liste stehen immer noch Dinge wie »Zahnarzttermin!« oder »Kirchenaustritt!«. Hoffentlich passieren dafür wieder mehr Blogposts.

4. Juni 2015

Der Zug fährt nach München, mit Halt in Leipzig, Jena, Nürnberg. Ich habe einen Platz im Ruheabteil ergattert, die Stimmung ist, abgesehen vom kontinuierlich quietschenden Sitz meines Vordermanns, friedlich. Gereifte Menschen lesen die Bildzeitung.

Die einzige junge Frau, die mit im Abteil reist, hat sich schräg hinter mir platziert. Sie liest ein Buch, ich sehe sie nur aus dem Augenwinkel. Sie beginnt sich auszuziehen. Der Pullover streift sich an ihren dunkelbraunen Haaren entlang, fällt auf den Nebensitz. Nur noch der Träger eines Büstenhalters, die weiße schmale Schulter, alles nur im Augenwinkel, und dieses quietschen im Augenwinkel, die schmale Schulter, lediglich der Träger eines Büstenhalters und die dunkelbraunen Haare, die beim Abstreifen des Pullovers an ihr entlang gleiten: sie beginnt sich zu auszuziehen. Neben all den Alten ist sie die einzige junge Frau, die noch mit mir im Abteil sitzt.

Der Rest: gereifte Menschen, die Bildzeitung lesend. Der Sitz meines Vordermanns quietscht unentwegt, das Geräusch legt eine Friedlichkeit über unsere Reise im Ruheabteil des Zuges nach München, mit Halt in Leipzig, Jena, Nürnberg.

19. Mai 2015

Wildes schönes Tier

Ein Mann entführt seine Frau, um ihre Liebe zurück zu gewinnen. Doch als es nach ihrem Verschwinden und einer Ansammlung an verzweifelten Momenten tatsächlich soweit kommt, funktionieren seine eigenen Gefühle nicht mehr; er erkennt die Unmöglichkeit der Umstände. Das alles passiert in einem Manuskript, dem sich ein Lektor bei einem Buchverlag widmet, und mit der Veröffentlichung des selbigen er hadert.

Dann: Eine Mutter beginnt während des Club-Urlaubs mit ihren beiden Kindern eine heimliche Affäre mit einem der Animateure. Dennoch beharrt sie auf ihrer Rolle, als Abenteuertouristin die Urlaubsathmosphäre der All-Inclusive-Clubs abstoßend zu finden. Jahre später sichtet der Sohn für eine Bewerbung an der Filmhochschule Videoaufnahmen aus ebendiesem Urlaub, er entdeckt die Liebelei und Lüge seiner Mutter, und findet sich gleichzeitig selbst in der Rolle des Enttarnten wieder.

Wildes schönes Tier (2007) von Fridolin Schley ist eine Sammlung kurzer Erzählungen, und je öfter ich durch das Buch blättere, desto mehr verfestigt sich die Überzeugung, dass es definitiv eins meiner liebsten Bücher überhaupt ist. Mit altmodischer, aber eindringlicher Sprache erzählt er präzise Geschichten, meist umhüllt von unscharfen Rahmenhandlungen; vom Festhalten an alten Gefühlen, von Ruinen und verlorenen Orten, vom Loslassen. Jeder Text hat eine ganz eigene Form und Haptik, und in jeder Situation erkennt man sich irgendwo wieder (Beim Camping-Urlaub / Im Disput mit dem eigenen Vater / Beim Beobachten von Menschen in der Bibliothek / Im All-Inclusive Club-Urlaub).

11. April 2015

Five things for your Sunday

I am a big fan of daylight saving time. While it’s not nice to be robbed of one hour of sleep, it is so much worth in the long run: Days are getting longer, we’re actually saving some daylight time. I’ll be a bit more alive for the next months. So—here are five things that inspired me recently. Maybe you want to squeeze them into your longer days that we have from now on.

Deb Chachra’s newsletter “Metafoundry”

Deb is an associate professor of Engineering, where she teaches materials science and engineering design. She also writes a newsletter about technology, design, social justice, geography and much more. I especially like the briefness of it, while it’s still incredibly inspiring. Enriched with little situational stories and facts, it’s the perfect reading for a Monday morning train ride. Subscribe here.

James Bridle – We found love in a coded space

I discovered James’ work first through his research on The New Aesthetic, where he describes the influence of digital patterns in the analog world. All of his writing is incredible and interesting. In his talk “We found love in a coded space” (literally the best talk title ever), James talks about our relationship to robots, and their belonging in this world. Watch it here.

Alex Feyerke – Step off This Hurtling Machine

Alex gave a talk at JSConfAU last year, which was recently published online. It’s a great and insightful round-up of the field web developers (and generally everyone who makes the web) are working in. Just watch it, there are tons of things in it you didn’t think or know of before. Watch it here.

Urban Outfitters Blog

I always get frustrated with fashion and interior blogs. It’s nice to look at them, but their content is very repetitive and staged; it’s hard to get anything real out of those faces and spaces. But I like the Urban Outfitters blog, where you can find—between all the fashion and brand-blah-blah—real gems: For example this Collection of Books That Inspired Our Favourite Movies, or Annie Seo’s Black + White drawings.

Drawing People on the Subway

I like drawing. It relaxes me, especially when I do it without purpose. But sometimes I need a purpose, and commuting through the city is perfect inspiration. Hallie Bateman explains step by step, beautifully illustrated, how to draw people on the subway.

29. März 2015

Millionaire

Kelis feat. Andre 3000 — Millionaire

12. März 2015

Kann dieses Brezel mehr Fans als Tokio Hotel haben?

Seit Anfang des Jahres klebt an meiner Wohnungstür ein Post-It, das mir immer beim Verlassen des Hauses ins Blickfeld springt. EIN TEXT AM TAG steht darauf, in ungelenken, krakeligen Versalien.

Ich habe das Post-It geschrieben, um die Zeit, die ich in Zügen und Wartephasen verbringe, effektiver zu nutzen. Im Status Quo starre ich in mein Mobiltelefon, hin und wieder lese ich sogar ein paar Seiten meiner aktuellen Lektüre. Aber primär verstreicht die Zeit als Wartezeit. Ein motivierender Zettel sollte das ändern.

Seit Anfang des Jahres, seit dem Aufhängen des Post-Its, habe ich keinen Text mehr geschrieben. Ein paar Absätze hier und da, nichts formhaftes, nichts echtes. 35 Entwürfe, die lediglich aus einer Headline bestehen (weil sie gut klingt). Heute habe ich den Zettel abgenommen. Ab heute geht es weiter. 00:01. Publish.

21. Februar 2015