Über den gesellschaftlichen Status von Salat

Salat ist doch komisch, oder? Das Zeug wächst auf oder sogar unter der Erde, und irgendwer rupft es da dann heraus, knibbelt die ganze Erde ab, und nach 1000 weiteren logistischen Schritten landet es hier vor mir in einer Schüssel. Und ich soll mich beim Essen dann gut fühlen, wie die Frauen in diesem Meme, Women Laughing Alone With Salad.

Gemüse an sich finde ich super. Gurken, bestes Gewächs! Tomaten, so schön fruchtig. Die Auster des kleinen Mannes, wie ich immer sage, denn wenn man sie halbiert, mit abgespreiztem kleinen Finger in einer Hand hält, und dann auslutscht, kann man sich schon sehr mondän fühlen. Auch Rüben sind cool. Kann man nix sagen; schön knackig und irgendwie schrullig.

Aber Salat?! Das ist doch nix. Salatblätter sind immer labberig, meistens zu groß, machen mit Dressing also immer eine Sauerei. Und der knackige Part … dem traue ich erst recht nicht! Was soll das sein?! Irgendwie wässrig, aber auch total bissfest, und am Ende einfach nur unbefriedigend, weil null sättigend. Sorry, aber das ist für mich ein totaler Scam!

Das Beste am Salat sind leider immer die Sättigungsbeilagen. Wobei – nicht leider. Zum Glück! Ohne die hätte der Salat seinen Status als vollwertige Mahlzeit definitiv nicht verdient. Die Nudeln zum Beispiel sind das Beste an asiatischem Salat. Mozzarella und Parmesan – ohne die könnte man italienischen Salat auch sein lassen. Die drei Baguettescheiben, die man sich in der Kantine zum Salat nehmen darf, um das übrige Dressing aufzusaugen – ohne euch wäre Salat niemals da, wo er jetzt ist!

20. Dezember 2019