Erinnerungen

Februar-Liste 2023

Collage mit Bildern aus dem Februar: Hund, Notizbuch, Portrait-Zeichnungen

  • Sich im Home Office unproduktiv fühlen: schrecklich. In einem Büro mit Menschen unproduktiv sein: Fun! Ich arbeite seit Beginn der Pandemie fast ausschließlich remote, und Village One ist auch darauf ausgelegt. Aber der Effekt, dass kreative Orte auch neue Ideen entstehen lassen, ist real, und ich vermisse ihn ab und an.
  • Was mögen Menschen, die erst seit ein paar Wochen auf dieser Welt sind? Ich stehe in einer riesigen Kinder-Abteilung und kaufe: Nichts. Diese neuen Menschen wissen doch nicht mal, was der Himmel ist, und wie viele Geräusche es gibt, und wie man jemandem richtig die Hand schüttelt.
  • Ich treffe Kiwi im Edeka Center am Moa-Bogen. Seit Jahren suchen wir ein gemeinsames Hobby, und jetzt fällt es uns wie Schuppen von den Augen: SHOPPEN! Das ist es! Wir durchforsten den riesigen Supermarkt nach neuen, unerwarteten Produkten, gestikulieren wild über Preiswucher und stellen ein künstlerische Auswahl Schokonüsse für Nadine zusammen. Um ein Haar hätte ich auch noch das Weingummi-Bouquet gekauft.
  • »It’s not about getting it right, it’s just about getting it«, sagt die Künstlerin Maira Kalman im On Being Interview. Ich mache mir ihr Zitat ab jetzt zum Motto.
  • Warum kriege ich nichts gebacken?! (Frage ich mich dick eingekringelt im Tagebuch)
  • Ok nicht ganz: Habe Apfelkuchen gebacken!
  • Februar 2023: Das erste Mal Hundekot eingesammelt. Das war für mich immer einer der größten Gründe gegen einen Hund. Turns out: Es ist gar nicht so schlimm. Alle, die ihren Hundekot nicht entfernen, sind absolute LOSER!
  • Als wüsste ich es nicht schon längst: Der Körper sagt einem ganz genau, was Sache ist. Die Angststörung lässt mich nur manchmal an seiner Glaubwürdigkeit zweifeln. Aber auch die Angst hat immer irgendwie mit irgendwas recht.
  • Beim Flur-Streichen höre ich einen Podcast über griechische Mythologie. Ich lerne, dass der Hirtengott Pan zwar kein besonders angesehener Kämpfer war. Sein Schrei jedoch ließ alle seine Gegner die Flucht ergreifen. Darin hat der Begriff Panik seinen Ursprung.
  • Mitte des Monats wird mir alles klar: Ich bin in meiner Half-Assed-Era! Alles, was ich tue, tue ich gerade irgendwie halbherzig. Ein schrecklicher Zustand. Ich fühle mich wie eine Schnecke; langsam und träge und ohne Elan. Wird Zeit, diese Era zu beenden!
  • Ich raffe mich auf und besuche eine Portrait-Zeichengruppe, die ich via Meetup.com gefunden habe. Erst dachte ich, das wird seltsam, weil ich ja niemanden kenne. Aber alle waren sehr nett und konzentriert und wollten zeichnen! Ich durfte als erster sitzen, 15 Minuten, und dann insgesamt sieben Portraits zeichnen. Das war toll! Dediziert Raum dafür haben, ganz genau hinsehen können, nichts erreichen müssen, einfach nur studieren und ausprobieren. Nach den ersten Blättern merkte ich, wie ich besser wurde.
  • Aus vielen Zweifeln wird so langsam – durch viele gute Gespräche – ein bisschen Orientierung.

 

Dezember-Liste 2022

Collage von Fotos aus dem Dezember 2022

  • Dezember: Der Nickerchen-Monat. Mehrmals steht im Tagebuch einfach nur »Ich bin müde«. War ich auch: Umzug, überall ständig hin und her rennen, Dinge kaufen, Dinge streichen, Dinge umräumen. Aber alles auch sehr schön, so im Nachhinein. Also, sehr zielführend. Und das ist doch schonmal was.
  • Einmal täglich durch die neue Wohnung laufen und nicht ganz wahrhaben können, dass ich hier jetzt lebe. Es ist so eine Art Wohnung, die ich mir selbst nie erlauben würde: All diese Features, das haben doch sonst nur Leute, deren Leben man auf Instagram beneidet. Nicht Leute wie ich!
  • Die Müdigkeit hält an.
  • Seit langem mal wieder das sehr unbekannte Gefühl von Allein-sein verspürt. Und gemerkt, dass ich das Glück habe, dieses Gefühl sehr schnell beseitigen zu können.
  • Beim Umzug gemerkt: Eigentlich echt schön, wenn einem Leute helfen. Gleichzeitig ist mein Monatsfazit, dass ich mich immer noch extrem schwer damit tue, Hilfe anzunehmen, in allerlei Hinsicht.
  • Mitten im Dezember fällt mir, mitten in der Nacht, die Decke auf den Kopf: Doom Scrolling, Corona, Krieg, Klima, sämtlicher Mut verlässt mich. Zur Beruhigung schmiede ich einen Plan, um irgendwie damit klar zu kommen (Der Plan besteht aus einer Liste mit Punkten wie »Geld spenden« oder »Filmabend machen«, na ja).
  • Ich war bei einer Lesung, in der Bibliothek direkt bei mir um die Ecke. Mein Freund Paul Bokowski hat seinen ersten Roman »Schlesenburg« veröffentlicht.
  • Im Dezember: Viele Bauchgefühle.
  • Seit langem mal wieder einen Newsletter geschrieben. Das tat überraschend gut, warum mache ich das nicht viel öfter?! (Hier geht’s zur Anmeldung.)
  • Auf der Fahrt nach Österreich zieht die Welt an mir vorbei: Berge, Täler, Schnee, Gespräche. Ich will eine Woche nur noch schlafen, ein ganzes Jahr am liebsten; my year of rest and relaxation.
  • Silvester verbringe ich in Bad Gastein, stehe seit vielen Jahren mal wieder auf Skiern. Zumindest kurz. Ich kann es noch, merke ich, aber ich brauche das nicht. Die Fahrt macht Spaß, aber all das nervige Drumherum ist es einfach nicht wert.
  • Zum ersten Mal wird in den Nachrichten ernsthaft über den ausbleibenden Schnee in den Skigebieten berichtet; magere Pisten und grüne Hänge werden gezeigt. Den Leuten scheint es zu dämmern, aber ich weiß nicht, ob das reicht.
  • Zum Jahresende ist dann wirklich sehr doll die Luft raus. Es war insgesamt ein sehr positives Jahr für mich, aber es hat mich irgendwie extrem angestrengt. Die nächsten fünf Jahre darf von mir aus jetzt erst mal überhaupt nichts aufreibendes mehr passieren.

November-Liste 2022

Foto-Collage für en November 2022

  • Vom Leben gelernt: Frag niemals einen Innenarchitekten, welche Fliesen er dir empfiehlt. Er zeigt dir nämlich die schönsten, teuersten, und dann hast du keine andere Wahl mehr. Am Samstag stand ich dann im Fliesengeschäft, erklärte meine Wünsche, und von der Verkäuferin kam nur schmunzelnd: »Ja, schön, da haben Sie sich für die oberste Preisklasse entschieden.«
  • Mit Kristina in Coworking-Spaces abzuhängen fühlt sich magisch nach 2010 und up.front und CoUp an, mir wird ganz warm ums Herz dabei.
  • Der November war irgendwie für alle und alles der Dammbruch; viele Tränen und viel Erleichterung und viel Bewegung in allen Dingen. Fast ausschließlich schöner Stress, hätte nicht gedacht, dass der in diesem Jahr nochmal ins Positive umschwingt.
  • Generell schön: Wenn sich andere Leute erlauben können, vor mir zu weinen.
  • Mit Martin über Arbeit reden fühlt sich eher an wie über das Leben reden, im besten Sinne, und ich hätte gerne noch viel mehr von diesen Gesprächen mit ihm.
  • Im November nochmal meine Vorliebe für bodenständige, mittelmäßige Restaurants entdeckt. Es gibt immer einen Platz, eine übersichtliche Karte, keine Warteschlangen und das Personal ist meist freundlich. Mehr Mittelmäßigkeit wagen!
  • Mitten im November fand ich mich auf einer Party wieder, auf der es ausschließlich Gin Tonic gab. Als meine Frage nach einem alkoholfreien Getränk verneint wurde, bin ich recht bald gegangen. Gut zu wissen, wo man einfach nicht hingehört; das spart allen Zeit und schont die Nerven!
  • Ein Wochenende in Hamburg: Im schrulligsten Hotel gewesen, in der Oper, in einer angenehm ruhigen Hotelbar und in angenehm leeren Zügen.
  • Kleine Empfehlung zwischendurch, aus gegebenem Anlass: Lasst dann und wann eure Muttermale und Leberflecken untersuchen. Es erspart einem womöglich böse Überraschungen und schlaflose Nächte (die Entwarnung hat sich Zeit gelassen!)
  • Im Tagebuch fehlen ganze Tagesstrecken. Das lag vor allen an einer Sache: Umzug. Ich habe mein Leben in Kartons und Kisten gepackt. Bye bye Berlin, oder zumindest Neukölln, 13 Jahre war ich hier, und jetzt ziehe ich weiter: In den Wedding! Habe gehört, der kommt …
  • Ich streiche die neue Wohnung: Rosa und grau und blau und vielleicht auch irgendwann noch grün. Mein Rücken schmerzt und meine Brille ist von Farbflecken nur noch schwer zu befreien, aber es macht Spaß, diese traumhafte Wohnung zu meiner zu machen. Obwohl großes Chaos herrscht, laufe ich regelmäßig wie wild auf und ab und freue mich über mein Glück und diesen neuen Ort.
  • Wären die vielen schönen Nachrichten und Telefonate nicht gewesen, hätte ich ihn fast vergessen, den Geburtstag. 31. Und schon ist er wieder vorbei. Weiter geht’s.

Archivalien: Mobile Blogging

Eine Hand, die ein iPhone 3G (2009) hält, auf dem die erste mobile Seite von christowski.de zu sehen ist

Habe neulich dieses Foto wiedergefunden: Mein erstes iPhone, die 2. Generation (3G) aus 2009. Ich war so aufgeregt über mobiles Internet, dass ich kurzerhand diese komplette Seite von WordPress nach Tumblr umgezogen habe, um eine ordentliche mobile Blogging-Plattform zu haben.

Von unterwegs bloggen mache ich, wenn überhaupt, auch 13 Jahre später immer noch am liebsten am Rechner, und das Blog hier läuft mittlerweile auch wieder ratternd auf WordPress, aber es war eine aufregende, coole Zeit, und ein wirklich cooles Gerät.

Oktober-Liste 2022

Foto-Collage für en Oktober 2022

  • Warum ist zeichnen so anstrengend?! Sobald ich einmal im Flow bin, ist es easy und macht Spaß, aber hineinzukommen in den Flow, das ist echt schwierig manchmal.
  • Den ganzen Monat über finde ich das Arbeiten im Home Office irgendwie zäh und anstrengend. Überall ist Ablenkung, und weil die Gespräche an der Kaffeemaschine wegfallen, erwartet man irgendwie von sich, doppelt und dreifach so lange zu arbeiten wie in einem Büro. Das ist doch Quatsch.
  • Wenn ich zu viel über die Lage der Welt nachdenke, wird mir übel. Ich nehme mir aber fest vor, nicht in heillosen Pessimismus zu verfallen, vermeide Nachrichten und Doom Scrolling und flüchte mich ab und an in die heile Welt auf TikTok. Macht nicht unbedingt glücklicher, aber lenkt ab.
  • Weitere Strategie gegen Weltschmerz: Make good memories!
  • Habe mich endlich überwunden, mal wieder Schwimmen zu gehen. Das kältere Wasser der Schwimmhallen ist nicht so schlimm, und die Tatsache, dass ich nur Brustschwimmen und nicht Kraulen kann, habe ich elegant überspielt (durch wildes Plantschen). Ansporn dafür war das Buch »Bahnen ziehen« von Leanne Shapton, das mir Nina geschenkt hat. Hat Spaß gemacht – das Lesen und das Schwimmen!
  • Bei jeder Impfung wieder dankbar, dass wir in einem Land leben, in dem das einfach so geht, und dass ich in einer Bubble lebe, in der alle das Angebot nutzen.
  • Hatte im Oktober auch einen herrlich grotesken Chaos-Moment, und ich kann immer noch darüber und über mich lachen. Der beste Witz bin immer noch ich selbst!
  • Ist man mit nur noch einer halben Augenbraue noch ein ganzer Mann?!
  • Wirken immer noch Wunder: Sofasonntage (wie hier im Christowski Blog schon 2014 beschrieben).
  • Mal wieder gemerkt: Zeichnen kann ich, malen dafür absolut überhaupt und rein gar nicht. And that’s okay!
  • Beim Beobachten anderer Leute immer wieder gedacht: Ich wünschte mir, ich wäre so gut darin, Platz einzunehmen, laut zu sein, nicht zu sehr darüber nachzudenken was andere stören könnte. Einfach mal einen Döner im Kino essen, why not! Wer sich zu sehr daran stört, sagt dann schon was.
  • Apropos Kino: Triangle of Sadness von Ruben Östlund. Hard to watch, aber auch sehr, sehr gut.
  • Nach 10 Jahren mal wieder im LUX gewesen und auf genau die Menschen gestoßen, die vor 10 Jahren mit dem LUX aus meinem Leben verschwunden sind.
  • Zwischendrin mal wieder das gemacht, was ich sehr mag und gut kann (Websites bauen) und dabei gemerkt, dass ich immer noch Freude daran habe. Das hat gut getan.
  • Kontrovers: Ich bin Team Zeitumstellung! Ich liebe diese eine Stunde im Herbst, die einem geschenkt wird, und die den ganzen Tag so schön zähflüssig macht.

September-Liste 2022

Collage of photos from September 2022

  • Mal wieder gemerkt: oft mache ich mir das Leben schwerer, als es sein müsste, und züchte Probleme dort, wo gar keine sind. Schluss damit!
  • Bei Village One haben wir neben der Projektarbeit endlich unsere Arbeitsverträge aufgesetzt, und nun geschehen auf eimal sehr formale Dinge wie Gehaltsauszahlungen. Fühlt sich irgendwie riesig an!
  • Anfang des Monats war ich fünf Tage in in Rom. Das war schön! Hier sind meine Reisenotizen: Roma caput mundi
  • Zurück in Berlin, passe ich für zehn Tage auf Martins Katze Fenchel auf: Die Anwesenheit von jemandem, der kein Mensch ist, ist ungewohnt und sehr schön. Am Telefon sagt Eva: »Christoph, auf den Fotos mit der Katze sahst wirklich überglücklich aus!« Es wird jetzt wirklich mal Zeit.
  • Noise-cancelling days: Die Tage, die keine Arbeitstage sind, lassen mich besonders produktiv sein.
  • Nach zwei Jahren gebe ich mein Büroplatz in einem Gemeinschaftsbüro auf. Ich muss sagen: Es war schon echt gut, ein Platz zum Arbeiten zu haben, der nicht in der eigenen Wohnung liegt – gleichzeitig war es zu einem großen Teil der Zeit auch nur Theorie, und ich bin nie hingegangen, sondern zu Hause in Jogginghose vor dem Rechner hängengeblieben. Vielleicht versuche ich das wann anders nochmal. 
  • Gute Sonntage: Rödeln, räumen, Fangen mit der Katze spielen.
  • In einen Menschen wirklich hineingucken kann man vor allem, wenn man sieht, wie er mit Tieren interagiert.
  • Habe Pflaumenkuchen gebacken, das war gut. In meiner Fantasie bin ich jemand, bei dem es ständig selbst gemachten Kuchen zu Hause gibt. Aber das ist leider wirklich nur Fantasie.
  • Schönste anstrengende Sache: Wandfarben aussuchen. Dieses Jahr wird meine Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen, extrem strapaziert. Entscheidungsfreude ist leider wirklich keine ausgeprägte Eigenschaft von mir, und dieses Jahr stehen lauter große Dinge an, die entschieden werden wollen (größer als Wandfarbe). Für einen naiven Moment dachte ich, dass manche Dinge auch einfach von Expert·innen entschieden werden könnten, die ich dann bezahle und dann mit einer klugen Entscheidung weiterarbeite, aber so einfach ist es nicht: Am Ende bin doch ich die Person, die mein Leben in der Hand hält und lenkt – und das ist ja eigentlich auch eine sehr gute Sache!
  • Bisschen viel auf der Stelle getreten diesen Monat. Mehrmals ins Tagebuch geschrieben, dass ich dankbar bin. Mehrmals notiert, dass ich frustriert bin, und ziemlich oft auch einfach gar nix aufgeschrieben, weil nichts passiert ist.
  • Zum Ende des Monats hin sehne ich mich nach kreativer und künstlerischer Inspiration und Schaffenskraft. Ich bräuchte Input, bin leer. Ein Ausflug zu Boesner hilft da schon ein bisschen, zu Papier habe ich dann aber trotzdem noch nichts gebracht.
  • Aber im Zweifel hilft dann doch immer immer: Automatic Writing. Don’t cry, work.

Roma caput mundi

Linkes Foto: Laokoon-Skulptur im Vatikan, rechtes Foto: Kleiner roter Fiat 500

Ich war fünf Tage in Rom! Meine erste Italien-Reise seit langer Zeit, vermutlich sogar meine erste als Erwachsener, und mit einem neuen Blick auf das Land, die Sprache, die Stadt und die Küche. Hier sind ein paar meiner Notizen:

A piedi: In Rom kann man überall hinlaufen. Es bleibt einem meist gar nichts anders übrig: Alles ist ca. 20 Minuten zu Fuß entfernt, und mit dem Bus, oder noch schlimmer: dem Taxi, das sich durch die engen Straßen schlängeln muss, dauert es eigentlich immer mindestens 10 Minuten länger.

Al banco: Beim Frühstück sind die Römer (und die Italiener generell) pragmatisch. Ich fand es erst unangenehm, dass es so ein hektischer Prozess ist, aber dann habe ich mich damit angefreundet: Man bestellt eines der leckeren gefüllten Croissants, verspeist es, spült es mit einem Kaffee herunter, und beginnt dann direkt den Tag.

Respiro fresco: An der Kasse in Cafés wird einem beim Bezahlen direkt eine kleine Auswahl an Minzbonbons angeboten. Coffee breath is real und die Italiener tun etwas dagegen!

Cacio e Pepe: Die römische Küche ist bekanntlich recht einfach: Pasta al dente, und als Soße: Käse und Pfeffer, Käse und Ei und Speck, oder Tomaten und Speck. Diese Einfachheit lag zwar ab und an etwas schwer im Magen, in ihrem Prinzip hat sie mir aber äußerst gut gefallen.

Alla salumeria: Überall gibt es – sogar in einer extrem touristischen Stadt wie Rom – diese kleinen Läden, in denen man Wurst, Käse und Öl kaufen kann. Aber nicht auf diese überzogen urbane Feinkost-Art, sondern einfach ganz normal, als würde man so eben Lebensmittel einkaufen. Schade, dass ich nichts davon mitnehmen konnte.

Linkes Foto: Palmen im Palazzo Venezia, rechtes Foto: Ich, wie ich dem Bocca della Verità in den Mund fasse

Dio non voglia: Das ganze Vatikan-Konzept war mir sowieso schon suspekt, aber es wird nochmal fragwürdiger und absurder, wenn man durch die langen Touristenschlangen wartet und innerhalb des kleinsten Staates der Welt erst mal zum Kauf eines Gesichtswassers mit Geruchsrichtung »Papst Franziskus« angeregt werden soll. Muss nicht sein.

»Ciao, Ragazzi!« klingt frech und gleichzeitig sehr respektvoll! Würde uns in Deutschland jemand mit »Hallo Jungs« begrüßen, würde ich vermutlich sehr schnell das Weite suchen. 

Medievale: Toiletten in Restaurants gilt es zu vermeiden, denn die sind, wie die Häuser, natürlich auch alle aus dem 15. Jahrhundert.

Celestiale: Zwar nicht aus Rom, sondern aus Apulien: Pasticciotti, kleine Küchlein aus Mürbeteig, haben mir den Kurztrip mehr als versüßt. Die ovalen Törtchen sind mit Ricotta oder Puddingcreme und Obst gefüllt, und schmecken absolut himmlisch. Sie haben die perfekte Größe um sie alleine oder zu zweit zu verspeisen, und vielleicht bestellt man einfach so oder so direkt zwei. Köstlich!

Linkes Foto: 2 Croissants mit Creme-Füllung, rechtes Foto: Ein Pasticciotto, ein sizilianisches Gebäck