Buxe
Tobi: Apple ändert ständig seine Buchsen.
(…)
Tobi: … Buchse. Sagt man das überhaupt noch?
Kathi: Ne Buchse ist doch ‘ne Hose?!
Tobi: Apple ändert ständig seine Buchsen.
(…)
Tobi: … Buchse. Sagt man das überhaupt noch?
Kathi: Ne Buchse ist doch ‘ne Hose?!
was wohl unsere Qualitäten für eine Business-Idee auf Instagram wären. Yoga? Ein eigenes Fitness-Programm? Raffiniert gemixte Smoothies? Nach einigem Überlegen fällt es mir ein:
Käsebrot. Damit habe ich wirklich Erfahrung.
21 Uhr 56 —
Mich dann wieder zwei Stunden auf Websites verlieren an einem Abend, an dem es sowieso schon 21 Uhr ist und ich noch nicht mal etwas gegessen habe. Aber nicht auf Quatsch-Websites, sondern auf guten, auf Blogs von Leuten, die sich anfühlen, als wären sie seit 2008 nicht mehr aktualisiert worden, aber der neueste Eintrag ist gerade mal einen Tag alt, oder eine Woche, und man merkt: Da ist sich jemand seiner Sache treu geblieben. Das macht froh, durch den Bildschirm hindurch.
21 Uhr 57 —
Beim Aufploppen der Nachricht am oberen rechten Bildschirmrand kurz nostalgisch werden, und dann händeringend an dieser einen Erinnerung festhalten; diesem Abend, an dem wir alles nochmal durchgespielt haben, wohlwissend, dass es keine gute Idee sein konnte. Als würde man die frisch ausgebesserte Bleistiftzeichnung nochmal absichtlich verschmieren, einmal mit dem fettigen Daumen durch, oder drin herum zeichnen, um den Ausbesserungs-, den Heilungsvorgang wiederholen zu müssen.
21 Uhr 58 —
Seit bestimmt zehn Minuten steht das kochende Wasser in der Küche bereit, aber ich hänge zu tief in der Sofaritze, um jetzt aufzustehen und den Tee aufzugießen. Das sollte man nicht machen, sich diesen Platz in der Sofaritze gönnen, wenn man nicht wirklich bereit ist und alle Arbeit abgeschlossen hat, die einen Fußweg erfordern. Sonst kommst du nicht raus aus der Ritze. Die schmiegt sich einfach an dich ran mit ihrem heimlichen, wohlig warmen Klammergriff.
21 Uhr 59 —
In Wirklichkeit ist es natürlich schon 22 Uhr 06, aber wenn ich das hier in den Titel geschrieben hätte, würde die Idee des Textes nicht aufgehen. Und manche Momente, wie diese hier, passen ja wirklich locker zwischen fünf Minuten, nur das Aufschreiben ist mühsam, das dauert eben. Ich ertappe mich oft dabei, wie ich die Diktierfunktion des Telefons nutze, um einen Gedanken fast in Echtzeit zu digitalisieren. Aber oft klappt es nicht; das Zeitlimit stresst mich, die Formulierungen werden steif und streng, wogegen das Tippen oder Aufschreiben etwas weiches hat, was eben nicht immer zwischen fünf kleine Minuten passt.
Das Verhältnis zwischen den Tagen, an denen ich abends denke: Fuck, ich hab’ die ganze Zeit nur rumgehangen; ich war mega unproduktiv; aus mir wird nie was, und den Tagen, an denen ich denke: Geil! Heute richtig was geschafft!, ist sehr, sehr unausgewogen.
I once saw a video tutorial on YouTube about the correct way to eat oranges. Oranges are a weird fruit: More palatable than lemons; they actually work as a normal fruit snack; however, they are really tricky to prepare. According to the video, one needs to place the ripe fruit between both hands, and then start rolling it around the palms—gently, but not too gently. The rolling movement is supposed to detach the outer, inedible skin from the refreshing, juicy pulp. After a couple of minutes, one can dent a fingernail into the fruit’s detached skin and begin peeling off the hard, resistive layer. This should be easy now, and if you’re a pro, you can remove the skin in one piece. Afterwards, the fruit is demountable like a tangerine, and ready to be enjoyed.
Well. I never do it like that. I usually take a sharp knife, slice the orange in bite-sized portions, position myself over the sink (make sure I’m alone first), then start sucking and biting the slice until only the bitter skin is left. I open the bin drawer and throw the remains away. After that, I take some minutes to peel left-over fruit particles from between my teeth with my tongue. So refreshing!
Nach drei Wochen Augsburg komme ich zurück nach Neukölln. Drei Wochen Berlin-Pause, kurz mal durchatmen – durch Neubausiedlungen spazieren, um elf die letzte Straßenbahn erwischen, auf dem Weg in die Stadt zwei ehemalige Lehrer treffen. Zurück in Berlin kann ich mit Abstand auf die Dinge schauen, die ich dann doch vermisst habe:
Eine Frau steht auf einem alten Stuhl, reckt sich nach oben und mopst Beeren von dem Strauch, der am Zaun der Turnhalle entlang wächst. Ich dachte immer, die seien giftig.
Einige der Baumbeete in der Richardstraße hat jemand mit kleinen Schildern versehen: »Vorsicht, echte Bäume!«
Hier in der Gegend hat eine richtige Bäckerei eröffnet! Die große Backstube ist gleichzeitig auch der Verkaufsraum, und es gibt handgemachte Zimtschnecken, und der Bäcker warnte, dass das Brot SO frisch sei, dass man es besser erst ab morgen essen sollte. Und zu allem Überfluss gibt es hin und wieder Kunstausstellungen. Kønigliche Backstube, Zwiestädter Straße 10, 12055 Berlin.
Jemand hat endlich die matschigen Reste einer heruntergefallen Blaubeerpackung vor unserer Haustüre entfernt (oder es zumindest versucht). Danke!
Mein Briefkasten quillt über mit Wahlwerbung, die in letzter Minute eingeworfen worden sein muss. Dass mein Kiez schon so gentrifiziert ist, dass bei der Abgeordnetenhauswahl 2016 überwiegend grün (und die Linke) gewählt wurde, hätte ich gar nicht erwartet.
Die Vormittage in meiner Wohnung sind schön, mit der Herbstsonne, die durch die geputzten Fenster herein scheint. Wenn man das nur alle zwei Jahre mal macht, sieht man auch einen richtig genugtuenden Effekt!

Wie bereits erwähnt, hält sich meine Begeisterung für Autos sehr in Grenzen. Neben der Tatsache, dass sie die Städte verstopfen, komme ich besonders auf eine Sache nicht klar: Ihre Gestaltung. Wenn ich im Auto meiner Eltern sitze, bin ich immer wieder überrascht, dass ein so komplexes Interface mit Joysticks, Touch Screens, Rädchen, Hebeln und Knöpfen durch die Sicherheits-Tests gekommen ist.
Auch von Außen braucht es viel, um mich zu überzeugen. Ich finde, moderne Autos sehen uninspirierend und langweilig aus, und der Trend, sie in mattem Schwarz oder Oliv zu lackieren, trägt nicht direkt zur Besserung bei. Und überhaupt: Ein Auto aus einem Material anzufertigen, das kratzanfälliger nicht sein könnte, ist in etwa so, als würde man ein Smartphone, das ständig runterfällt, in eine Hülle aus Glas packen (oh, wait).
Als ich also einmal wieder wütend und wetternd auf dicht beparkten Radwegen durch die Stadt fuhr, begegnete er mir: Der Citroën C4 Cactus. Was für ein klingender Name! Das große Auto wurde von einer rabiaten Frau manövriert, die vermutlich gerade ihre Tochter beim Ballettunterricht abgegeben hatte und nun noch einen Abstecher zur Bio Company machen wollte.
Der Cactus ist ein Familienwagen, der seitlich mit der sogenannten Airbump® Technologie ausgestattet ist: »Eine Vielzahl von stoßabsorbierenden Luftkapseln mit einer elastischen Oberfläche aus TPU (thermoplastisches Polyurethan), die keine besondere Pflege erfordern«, schreibt der Hersteller. Klingt super! Ich muss an die damalige Beschreibung des Apple iBook denken, dessen Gehäuse aus Polycarbonat bestand, »dem gleichen Material, das auch für schusssichere Scheiben eingesetzt wird«! Ich erinnere mich gut an den Moment, in dem ich den ersten großen Kratzer im Laptop-Deckel entdeckte.
Die Fahrerin meines neuen Traumautos düst an mir vorbei und davon. Bewundernd schaue ich dem Wagen mit seinen albernen Gummipuffern nach. Die Idee ist natürlich Quatsch. Wenn, dann müsste das Ding komplett darin verpackt sein, wie in Luftposter-Folie. Das wäre dann mein perfektes Auto! Cactus Chef-Designer Mark Lloyd war mit seiner ›innovativen Weltneuheit‹ leider noch nicht mutig genug. Ich bleibe also beim Rad.