I’m walking through Hackney with Jack, it’s around 11pm. We just bought some ice cream and are going to watch an episode of RuPaul’s Drag Race at his place, when I found a penny on the street. I don’t like english money; they coins are heavy and their sizes are weird.
Jack hums, Find a penny, pick it up, all day long you’ll have good luck. But really, I’m not going to pick up this penny, it’s almost 12, the day is over already anyway, there is just no point.
Im Treppenhaus treffe ich Sana. Sie warnt mich: Wenn du das Fahrrad in den Hof bringst, nimm dich in Acht vor dem Fuchs. Er sei wieder da. Und dieser Fuchs sei anders. Krank und hungrig. Man sollte ihm nicht zu nahe kommen.
Wir gehen zusammen nach oben. Vor meiner Haustür schielt sie auf die Wohnung gegenüber. Der Nachbar beschwere sich ständig über den Lärm. Dabei sei er es, der so laut Musik hört. Sie müsse bald mal die Polizei verständigen. Ich rate ihr zu einem klärenden Gespräch, den die Polizei sorge meist nur für noch schlechtere Stimmung.
Sana nickt nachdenklich und schweigt ein paar Sekunden. Aber die Musik, lenkt sie ein, weckt mich immer, und dann weine ich kurz, denn so bin ich, wenn ich Träume nicht zu ende träumen kann. Zum Abschied warnt sie mich nochmal vor dem Fuchs. Abends im Bett kann ich sie über mir hören; die lauten Schritte und Gespräche mit ihrer Familie helfen mir beim Einschlafen.
I’m currently spending two weeks at the Trinity Laban Conservatoire of Music and Dance in London to attend their Dance Summer School programme. I do ballet, contemporary and choreography. Last week we filmed some of our work, and I saw myself dancing for the first time. It’s hard and unpleasant, but it’s the best way to learn and improve.
Das Leben rennt gerade, die Jahresmitte ist erreicht, kaum einer der guten Vorsätze wurde bisher zu allen Prozent erfüllt, und das Meiste passiert momentan außerhalb dieses Blogs. Im Büro, primär. Je einfacher Microblogging wird, desto weniger interessant wird es – ich habe eigentlich Lust auf tiefschürfende, sinnerfüllte Beiträge, weniger Fragmente. Ich bewundere Menschen, die sich dafür die Zeit nehmen. Aber das Ausbleiben der Fragmenthaftigkeit heißt nicht, dass es keine gibt. Hier sind die Geschehnisse der vergangenen Wochen:
A — Für die Arbeit, die wir bei Edenspiekermann zusammen mit dem ZEIT Magazin Online gemacht haben, habe ich eine kleine Case Study geschrieben. Die wöchentliche Magazinbeilage der ZEIT hat seit einigen mehreren Monaten einen eigenen Online-Auftritt, für dessen Gestaltung ich mitverantwortlich bin.
B — Schon länger vergangen sind die Maker Days in der Agentur. Zwei Tage, die wir komplett unseren eigenen Projekten widmeten, neue Teams zusammenwürfelten und Nützliches (und auch Unnützliches) auf die Beine stellten. Auch darüber habe ich zwei kleine Berichte (Nummer 1, Nummer 2) geschrieben.
C — Noch mehr Text entstand auf der 20. TYPO Konferenz in Berlin Ende Mai, auf der ich in einem Editorial-Team mit über 20 Mitgliedern alle Vorträge in Textform festgehalten habe. Ich schrieb unter anderem über den Künstler & Illustrator Jon Burgerman. Außerdem nicht verpassen: Die Zusammenfassung des Vortrags von Jon Gray (der grandiose Gestalter hinter den Jonathan Safran Foer Covern). und, um den Bogen zu schlagen: Sonja Knecht im Gespräch mit Christoph Amend vom ZEIT Magazin. (Gerade merke ich, dass alle Beiträge so toll sind; sie verdienen einen separaten Beitrag).
D — Und zu guter Letzt (wir bleiben beim Journalismus) freue ich mich auf das kommende Wochenende, an dem ich zusammen mit Kollegen von Edenspiekermann und Martin Kotynek von ZEIT ONLINE einen Workshop beim Reporterforum in Hamburg geben werde, in dem wir ergründen wollen, wie wir neue Erzählformate für Smartphones gestalten und enwtickeln können. Der Spaß ist ausgebucht. No pressure at all!
… Und dann, ehe man sich umsieht, ist Herbst, und auf der To-Do-Liste stehen immer noch Dinge wie »Zahnarzttermin!« oder »Kirchenaustritt!«. Hoffentlich passieren dafür wieder mehr Blogposts.
Der Zug fährt nach München, mit Halt in Leipzig, Jena, Nürnberg. Ich habe einen Platz im Ruheabteil ergattert, die Stimmung ist, abgesehen vom kontinuierlich quietschenden Sitz meines Vordermanns, friedlich. Gereifte Menschen lesen die Bildzeitung.
Die einzige junge Frau, die mit im Abteil reist, hat sich schräg hinter mir platziert. Sie liest ein Buch, ich sehe sie nur aus dem Augenwinkel. Sie beginnt sich auszuziehen. Der Pullover streift sich an ihren dunkelbraunen Haaren entlang, fällt auf den Nebensitz. Nur noch der Träger eines Büstenhalters, die weiße schmale Schulter, alles nur im Augenwinkel, und dieses quietschen im Augenwinkel, die schmale Schulter, lediglich der Träger eines Büstenhalters und die dunkelbraunen Haare, die beim Abstreifen des Pullovers an ihr entlang gleiten: sie beginnt sich zu auszuziehen. Neben all den Alten ist sie die einzige junge Frau, die noch mit mir im Abteil sitzt.
Der Rest: gereifte Menschen, die Bildzeitung lesend. Der Sitz meines Vordermanns quietscht unentwegt, das Geräusch legt eine Friedlichkeit über unsere Reise im Ruheabteil des Zuges nach München, mit Halt in Leipzig, Jena, Nürnberg.
Ein Mann entführt seine Frau, um ihre Liebe zurück zu gewinnen. Doch als es nach ihrem Verschwinden und einer Ansammlung an verzweifelten Momenten tatsächlich soweit kommt, funktionieren seine eigenen Gefühle nicht mehr; er erkennt die Unmöglichkeit der Umstände. Das alles passiert in einem Manuskript, dem sich ein Lektor bei einem Buchverlag widmet, und mit der Veröffentlichung des selbigen er hadert.
Dann: Eine Mutter beginnt während des Club-Urlaubs mit ihren beiden Kindern eine heimliche Affäre mit einem der Animateure. Dennoch beharrt sie auf ihrer Rolle, als Abenteuertouristin die Urlaubsathmosphäre der All-Inclusive-Clubs abstoßend zu finden. Jahre später sichtet der Sohn für eine Bewerbung an der Filmhochschule Videoaufnahmen aus ebendiesem Urlaub, er entdeckt die Liebelei und Lüge seiner Mutter, und findet sich gleichzeitig selbst in der Rolle des Enttarnten wieder.
Wildes schönes Tier (2007) von Fridolin Schley ist eine Sammlung kurzer Erzählungen, und je öfter ich durch das Buch blättere, desto mehr verfestigt sich die Überzeugung, dass es definitiv eins meiner liebsten Bücher überhaupt ist. Mit altmodischer, aber eindringlicher Sprache erzählt er präzise Geschichten, meist umhüllt von unscharfen Rahmenhandlungen; vom Festhalten an alten Gefühlen, von Ruinen und verlorenen Orten, vom Loslassen. Jeder Text hat eine ganz eigene Form und Haptik, und in jeder Situation erkennt man sich irgendwo wieder (Beim Camping-Urlaub / Im Disput mit dem eigenen Vater / Beim Beobachten von Menschen in der Bibliothek / Im All-Inclusive Club-Urlaub).