USB 2.0

USB 2.0, 2016

USB 2.0, 2016

Aktuell noch interne Debatte über das Jahresmotto 2026. Nachdem Risiko mehrere Tage der Front Runner war, ich dann aber beschlossen habe, dass Risiko einfach in den allermeisten Fällen nicht mein Ding ist und es auch nicht sein wird, ist momentan hoch im Kurs: Mut. Zumindest ein bewussteres Abwägen seiner Notwendigkeit.

Ich trinke ziemlich selten Alkohol. Dass ich mich dafür immer noch ständig rechtfertigen muss: was soll’s. Der Verzicht bringt aber noch einen weiteren unschönen Aspekt mit sich, über den ich mich kurz aufregen möchte: Sämtliche meiner Getränkebestellungen werden mir immer in sehr albernen Gläsern serviert. Als wäre es ein Gesetz!
Die vermeintliche Demütigung beginnt bereits bei der Namensgebung alkoholfreier Cocktails: Virgin Mary, Nojito, Safer Sex on the Beach – da ist die Aufforderung direkt klar: »Bitte setz’ dich rüber an den Katzentisch«.
Aber gut, es müssen auch nicht immer gleich alkoholfreie Cocktails sein, denn dass die in albernen Gläsern serviert werden, ist Gang und Gäbe. Nein, auch weniger aufregende Getränke werden in merkwürdigen Gefäßen serviert. Ich habe es am eigenen Leibe erfahren:
Als ich in England lebte, kam ich um den wöchentlichen Pub-Besuch mit meinen trinkfesten Kollegen nicht umhin. Weil mir irgendwann die Schikane um meine Cola-Bestellungen so auf die Nerven ging, wechselte ich und orderte Radler. Das nennt man in England Shandy. Dieser etwas klebrige Name wurde vermutlich gewählt, damit Männer beim Aussprechen in ihrem fragilen Ego erschüttert werden, und es deshalb gar nicht erst bestellen. Dass ich mich so sehr darüber echauffiere, beweist, dass ich mich wohl auch selbst dieser Kränkung nicht entziehen kann. Männer trinken eben Bier. Wer Shandy bestellt, bekommt es garantiert in einem kurvigen Glas, mit Stiel und Deckchen. Und einem mitleidigen Blick der Arbeitskollegen, die kopfschüttelnd ihr Pint runterkippen.
Ist meine Männlichkeit also tatsächlich so fragil, dass ein witzig geformtes Glas ausreicht, um sie zu Bruch zu bringen? Wird mein Ego allein von einem Papierdeckchen so zerkratzt, wie es sonst nur ein Topfschwamm schaffen könnte? Das darf nicht sein! Ich habe nämlich überhaupt nichts gegen Extravaganz und Albernheit, auch bei Getränken und Trinkgläsern nicht. In Zukunft gilt: Ich behalte meinen Stolz, wenn mir meine kleine Cola wieder in einem Poco Grande Glas serviert wird, oder die Rhabarberschorle in einem Sling Glas daher kommt, oder das kleine Radler in einem Tulpenglas. Whatever works! Prost!

T-Shirt: g31design
Seit Jahren schon bin ich kein Freund mehr von guten Vorsätzen; haben sie sich doch immer als schal, erzwungen, an den Haaren herbeigezogen gefühlt. Das hastige Schreiben von Listen am Jahresende, das unbequeme Reflektieren der Liste des Vorjahres, und die Erkenntnis, dass sich das Jahr eigentlich komplett anders entwickelt hat – teilweise dann auch ins Positive, haben über die Jahre dazu geführt, dass ich mich sämtlicher Vorhaben und Erwartungen an das kommende Jahr entledigt habe. Dementsprechend leer war dann auch mein Ansporn, überhaupt etwas Sinnvolles aus mir und den zwölf bevorstehenden Monaten zu formen.
Das soll sich 2019 ändern. Nicht, weil ich zu lange inspirierende Zitate auf Pinterest gelesen oder ein gratis Lifestyle-Coaching von Bastian Yotta zu Weihnachten erhalten hätte – einfach (wobei von einfach nicht die Rede sein soll!), weil ich in den vergangenen Monaten so viel über mich und meine Muster gelernt habe, dass es Zeit wird, die nötigen Veränderungen in die Tat umzusetzen. Ich bin also mein eigener Coach. Diese drei Punkte stehen 2019 im Fokus:
Klingt nun ehrlicherweise alles doch so, als hätte mich Yotta unter seine muskulösen Fittiche genommen, aber seien wir mal ehrlich: Fittiche (wenn auch nicht unbedingt Bastian Yottas) sind ein sehr angenehmer Ort. Da kann man schon mal verweilen. ?

I’m currently spending two weeks at the Trinity Laban Conservatoire of Music and Dance in London to attend their Dance Summer School programme. I do ballet, contemporary and choreography. Last week we filmed some of our work, and I saw myself dancing for the first time. It’s hard and unpleasant, but it’s the best way to learn and improve.