(as in: everyone is better than you; you have no clue where you see yourself professionally in a couple of years; you are too lazy to learn new tools; your writing is empty and dull; you’re horrible at approaching new people; your client doesn’t pay your invoices; and also, your drawing didn’t improve since your basics art class seven years ago, where you had to paint different geometric shapes with charcoal):
Wait till it’s 10pm, put on a melancholic Spotify playlist, write an unfinished letter to someone you love, wrap yourself in a hoody and blanket, then smoke a cigarette and feel sick for five minutes because you never smoke, and finally, jot down a whiny blogpost with all your worries listed right in the title, and hit publish.
Ich habe gerade eine furchtbar träge Phase. Das Jahr habe ich ohne Vorsätze gestartet, und direkt in der zweiten Januarwoche finde ich mich in einem lethargischen Zustand wieder; antriebslos und ohne jeglichen Tatendrang. Obwohl der Wecker beharrlich um 7.30 Uhr klingelt, bewege ich mich frühestens um 9 Uhr aus dem Bett; das Duschen kostet Kraft, und die Tatsache, dass da kein Licht ist, nirgendwo, lässt die Bettdecke magnetisch werden.
In solchen Momenten lese ich gerne diesen albernen Medium Post von Chris Danilo. Irgendwie motiviert er mich. Chris beschreibt seine Morgenroutine (er nennt sie liebevoll „Launch Sequence“), und wie er es schafft, schon um 7.30 Uhr seinen ersten Protein-Shake zu trinken (ich müsste kotzen!), und sich dann, nach Gym und dem zweiten Frühstück („eggs and something exciting“), erst mal 30 Minuten Meditation gönnt. Arbeiten tut er nicht vor 13 Uhr, und danach scheint alles egal zu sein, der Tag zerfleddert sowieso in E-Mail-Tasks (Entrepreneurial Lifestyle vermutlich). YOLO! Und das Schlimme ist: Ich hätte sogar die Flexibilität für eine solche Routine. However, I’m not a robot.
Die Sache ist die: Ich liebe Produktivität! Ich finde dieses ganze Selbstoptimierungsgerede furchtbar, aber ein produktiver Tag ist wirklich ein großartiges Gefühl. Die Abwesenheit dieser morgendlichen Lethargie, das Abhaken von To-Do-Listen, eine E-Mail voll mit abzugebenden Dokumenten, eine saubere Küche – alles geile Gefühle! Ich erinnere mich an Tage, an denen ich um zehn Uhr morgens vom Sport nach Hause kam und dachte: YES, schon so viel geschafft, und es ist gerade mal ZEHN!
Dieser Tage komme ich frühestens um 12 vom Sport, wenn ich mich überhaupt aufraffe. Und dann muss ich erst mal kurz aufs Sofa, denn Sport ist bekanntlich anstrengend (von wegen Energy Boost). Dann ist bald 13 Uhr, dann schaffe ich vielleicht drei Stunden Arbeit, und dann ist das Licht weg, und der Rest des Tages gehört Netflix. Ich gönne mir das ungern; Müßiggang liegt mir eigentlich nicht. Bequem ist er trotzdem.
Was mir hilft: Sich abfinden damit, dass im Winter weniger Zeit ist. Kurze Tage liefern mehr Schlafbedarf; ein hoher Melatoninspiegel, und wenn man mit chemischen Begriffen argumentieren kann, fällt es auch leichter, sich selbst zu glauben. Ich schreibe also kürzere To-Do-Listen; passe sie den Tagen an. Nehme das Einsiedlertum hin, und lese unter der Decke Medium-Posts von alles-auf-die-Reihe-kriegenden Entrepreneur-Typen.
21 Uhr 56 —
Mich dann wieder zwei Stunden auf Websites verlieren an einem Abend, an dem es sowieso schon 21 Uhr ist und ich noch nicht mal etwas gegessen habe. Aber nicht auf Quatsch-Websites, sondern auf guten, auf Blogs von Leuten, die sich anfühlen, als wären sie seit 2008 nicht mehr aktualisiert worden, aber der neueste Eintrag ist gerade mal einen Tag alt, oder eine Woche, und man merkt: Da ist sich jemand seiner Sache treu geblieben. Das macht froh, durch den Bildschirm hindurch.
21 Uhr 57 —
Beim Aufploppen der Nachricht am oberen rechten Bildschirmrand kurz nostalgisch werden, und dann händeringend an dieser einen Erinnerung festhalten; diesem Abend, an dem wir alles nochmal durchgespielt haben, wohlwissend, dass es keine gute Idee sein konnte. Als würde man die frisch ausgebesserte Bleistiftzeichnung nochmal absichtlich verschmieren, einmal mit dem fettigen Daumen durch, oder drin herum zeichnen, um den Ausbesserungs-, den Heilungsvorgang wiederholen zu müssen.
21 Uhr 58 —
Seit bestimmt zehn Minuten steht das kochende Wasser in der Küche bereit, aber ich hänge zu tief in der Sofaritze, um jetzt aufzustehen und den Tee aufzugießen. Das sollte man nicht machen, sich diesen Platz in der Sofaritze gönnen, wenn man nicht wirklich bereit ist und alle Arbeit abgeschlossen hat, die einen Fußweg erfordern. Sonst kommst du nicht raus aus der Ritze. Die schmiegt sich einfach an dich ran mit ihrem heimlichen, wohlig warmen Klammergriff.
21 Uhr 59 —
In Wirklichkeit ist es natürlich schon 22 Uhr 06, aber wenn ich das hier in den Titel geschrieben hätte, würde die Idee des Textes nicht aufgehen. Und manche Momente, wie diese hier, passen ja wirklich locker zwischen fünf Minuten, nur das Aufschreiben ist mühsam, das dauert eben. Ich ertappe mich oft dabei, wie ich die Diktierfunktion des Telefons nutze, um einen Gedanken fast in Echtzeit zu digitalisieren. Aber oft klappt es nicht; das Zeitlimit stresst mich, die Formulierungen werden steif und streng, wogegen das Tippen oder Aufschreiben etwas weiches hat, was eben nicht immer zwischen fünf kleine Minuten passt.
Das Verhältnis zwischen den Tagen, an denen ich abends denke: Fuck, ich hab’ die ganze Zeit nur rumgehangen; ich war mega unproduktiv; aus mir wird nie was, und den Tagen, an denen ich denke: Geil! Heute richtig was geschafft!, ist sehr, sehr unausgewogen.
Ich liebe das Finden von alten Dateien, die hier und da auf meiner Festplatte verstreut liegen. 2012 war ein gutes Jahr – wir haben uns in dieser Stadt verwurzelt, wir haben uns über drei Jahre hinweg einen Alltag erarbeitet, ein Zuhause, eine wirklich gute Freundschaft. Alles hat diese ganz bestimmte Farbe; einen fest zugehörigen Soundtrack; Objekte, die mich immer an gewisse Sekunden erinnern. Manche davon sind auf Video gefangen.
It’s February 29, shortly after 11pm. I’m sitting in Berlin Prenzlauer Berg, on an old but comfortable IKEA sofa. This day was a rare one. I hope you made it count!
So. February. I changed my phone’s passcode in the beginning of this month. I’ve had the same four-digit-code for at least four years, and as my phone does not support any form of biometric identification, I need to keep typing that code to access my device. What I was not aware of though was the strength with which this code had been woven into my muscle memory. After 29 days, and over hundreds of unlocks, my thumb still is not quite able to perform the new numeric array. The struggle is real!
Sticking with phones (topic-wise): The new qz app got quite some attention in our office slack and in my twitter stream. Basically, it’s a robot that texts you the news. In a messenger-like interface, it provides short bits of information, and offers either questions to learn more on the topic, a link for further reading, or another piece of content. While the tone of voice is friendly and human-like, I only used it once for curiosity reasons, and never again.
What I started using more during the last month was Snapchat. We all struggled in wrapping our head around the confusing, basically also non-existing interface (swipe here, tap there, accidentally send an ugly selfie to a stranger and close the app in frustration), but I started liking it after a while. It’s nice to get so close to people’s lives, almost observing them, letting them carry you around their everyday life through the phone’s front-camera. While there are some really good snapchatters like my friend Eva (? hurraeva) or Cecilia (? motionandgrowth), who only use it when they actually have a relevant story to tell, it’s mainly a channel for nonsense and gibberish, which, honestly, is quite nice after a long day of work. Let the others do the talking. ? christowski1 (lamest nick name in the history of nick names.)
His death earlier this month truly saddened me. I have been in awe of his work ever since I started writing; his way of telling stories and embracing life‘s oddities has been a true inspiration during my last ten years (I wrote about one of his readings nine years ago on this blog). When he passed away, so many beautiful, admiring and sad articles had been published, and they got me thinking: How do we appreaciate someone’s existance while they are still with us, without being overly emotional or pathetic? How do we let them know we appreciate the work they do, and the time they share with us? I find that hard sometimes, oftentimes.
Roger Willemsen wrote a quarterly column called Willemsens Jahreszeiten in ZEIT Magazin. Here’s the archive. Even though there won’t be a new column this spring, we have one thing to look forward to in March: Daylight saving time. “Es wird Frühling!”