Wir laufen durch den Park und essen ein Eis, womöglich das erste des Jahres, und am Ende des Weges ragen drei große Giraffenhälse über die Hecke. Wo bin ich?
E. fragt uns, ob wir uns als Teenager unsere Leben so vorgestellt hätten, wie sie heute sind. Ich kann das mit einigen kleinen Abweichungen bestätigen, aber ich fühle auch sehr, was K. nach kurzem Grübeln antwortet: »Kommt drauf an, ob du die Teenagerin meinst, die ich vor oder nach MyBlog war.« Wir grinsen und sind alle drei dankbar, dass uns das Internet damals zusammengebracht hat.
Im U-Bahnhof Unter den Linden spielt eine Frau alleine auf ihrem Saxofon Mad World. Ich denke bei dem Song immer an die Michael-Andrews-Version von 2001 aus Donnie Darko, und die Welt wird automatisch in ein gespenstisches, graublaues Licht getaucht. Mad World, ein bisschen too real gerade.
Auf K.s Balkon steht eine riesige, sehr stylische Box. »Da drin wohnen die Würmer«, wird mir erklärt. »Sie kompostieren hier alles.« Genial, denke ich, das will ich auch! Bis mir im dritten Satz mitgeteilt wird, dass die Würmer durchaus auch mal ausbüxen und in die Wohnung spazieren. Nein danke!
Im Buchclub beenden wir unseren ersten gemeinsamen Roman: Gewässer im Ziplock von Dana Vowinckel. Während ich das Buch streckenweise anstrengend fand, mochte ich die vielen Perspektiven auf den Text umso mehr. Paul schreibt darüber auch kurz in seinem Newsletter »Feine Auslese«.
Vor seinem Suizid hinterlässt der Hauptcharakter im Film seinem Geliebten eine Audiobotschaft. Der Phonograph spielt knisternd die Nachricht auf dem Wachszylinder ab. Der Mann entschuldigt sich für seine Weltflucht, sein Unbehagen mit sich selbst – eine Note sei falsch in ihm. Der ganze Kinosaal hat einen Kloß im Hals.
“You know those people who are good at things early on? Well, they usually turn into boring people whose biggest accomplishments are behind them by the time they’re 25.”
Endlich komme ich dazu, meinen alten iPod zu reparieren. Ich baue die Festplatte aus, ersetze sie durch einen Flash-Speicher und wechsle den Akku. Das Gerät macht Spaß wie am ersten Tag, auch nach 22 Jahren.
Stadtbad Mitte: Die Sonne scheint durch die Deckenlichter und zielt durch die Wasseroberfläche auf uns Schwimmer herab. Die Diakaustik auf den winterblassen Körpern – wunderschön.