Über Medien

OTTO

Es ist 2007 und auf meinem iPod läuft zum zwanzigsten Mal About You Now von den Sugababes; quasi in Dauerschleife. Dieser Moment wiederholt sich gerade, nur mit dieser Version von OTTO, die perfekt in diese wirre, verzerrte Zeit passt. Otto Benson veröffentlichte 2020 auf dem Londoner Label PLZ Make It Ruins seine Debut-EP World Greetings, und während sowohl die EP als auch sämtliches Artwork ziemlich glitchy und eerie daher kommt, kann man das Album Clam Day durchaus hören, ohne dass einem sämtliche Nervenstränge vibrieren. Mehr über OTTO erfährt man zum Beispiel im Coeval Magazin. Die Musik gibt es auf Bandcamp, Spotify und Apple Music.

Anke Engelkes Handtasche

Das Format der Handtaschen-Obduktion prominenter Menschen ist altbekannt und oft auch sehr ermüdend, denn meistens kramen sie alle nur ein paar Schminkutensilien, Ladekabel und Lutschpastillen aus ihren Leder-Etuis. Um so erfrischender ist Anke Engelkes Tascheninhalt, den sie für die VOGUE seziert: Spitzkohl, Datteln, Postkarten und Kartenspiele – diese Frau trägt einen kompletten Hausrat mit sich herum. Sämtliche Tascheninhalte in eigene kleine Extrataschen zu packen habe ich mir auch vor einiger Zeit angewöhnt. Und die Idee mit den Datteln werde ich exakt so auch übernehmen. Und das mit den Postkarten auch. Und eine Thermoskanne könnte ich mir auch mal zulegen … Ach und sowieso, ich glaube, es würde der Welt gut tun, wenn wir alle ein bisschen mehr wie Anke Engelke wären.

Weihnachten in Luke Edward Halls Cottage

Wer bisher noch nicht in wohlig-warmer Weihnachtsstimmung ist, dem sollte spätestens mit diesem Video geholfen sein: Im Portrait von House & Garden UK zeigen die Künstler und Designer Luke Edward Hall und Duncan Campbell ihr englisches Cottage, das sie ganz nach dem Motto More is More eingerichtet und inszeniert haben. Nicht nur die tollen Wandfarben, die unfassbare Menge an Möbeln, die vielen kleinen witzigen Objekte und der Baumschmuck haben es mir angetan; vor allem Luke Edward Halls Kleidung ist mein absolutes Fashion Goal für 2022 and beyond. Es lohnt sich auch, durch seine Website und seinen Instagram Kanal zu scrollen. Viel Vergnügen!

Warum heißt es Traum und nicht Memoryschaum?


Buchcover mit dem Titel Warum heißt es Traum und nicht Memoryschaum von Gabriel Yoran und Christoph Rauscher

Warum heißt es Partnerbörse und nicht Bezirzamt? Warum heißt es Formel 1 und nicht Kunstrasen? Warum heißt es Zeitgefühl und nicht Uhrzeigersinn? Warum heißen die Dinge eigentlich, wie sie heißen? Mein Freund Gabriel Yoran ist Experte (!) darin, Begrifflichkeiten auf die Waagschale zu legen und zu eruieren, wie sie denn eigentlich noch heißen könnten. Was als unterhaltsames Twitterformat anfing (und seinen Lauf nahm), haben wir nun zu einem kleinen, schönen Buch gemacht. Einige seiner über hundert Wortwendungen habe ich illustriert, und ab jetzt könnt ihr es im Frohmann Verlag vorbestellen (es erscheint im November). Der Klappentext:

Gabriel Yoran rüttelt an Ausdrücken und Redewendungen, bis der Sinn herausfällt. Zusammen mit Christoph Rauschers charmanten Tuschezeichnungen fragt dieses Buch: Könnte nicht alles auch ganz anders heißen? Über hundert Fragen an alle, die Spaß an gesellschaftlich unbedenklicher Sprachverdrehung haben.

Das Buch erscheint nicht ohne Grund im Frohmann Verlag: Mit der Reihe Kleine Formen widmet sich Christiane Frohmann textlichen Phänomenen der Netzkultur. Gabriel hat bereits seine Ausprachehilfen dort veröffentlicht, und ich bin sehr stolz, dass wir dort nun auch einen gemeinsamen Titel vorweisen können!

In den letzten Jahren setzt sich die lange Geschichte der kleinen Formen auch im Netz fort: Aphorismen oder Witze bekommen neue, zeitgemäße Inhalte; früher in privaten Tagebüchern oder Briefen niedergeschriebene Alltags- und Augenblicksbeobachtungen werden instantan gemacht und im digitalen Resonanzraum veröffentlicht.

Das Netz vergisst nichts, aber es verbirgt vieles, wenn man nicht weiß, dass man danach suchen muss. Deshalb werden in der Frohmann-Reihe Kleine Formen besonders schöne und eigensinnige Kürzesttexte aus dem digitalen Flow herausgelöst und als schön gestaltetes Buch im guten Sinne festgehalten.

Das Buch ist ein super Geschenk für alle, die Spaß an Sprache und witzigen Illustrationen haben, und eignet sich hervorragend als Weihnachtsgeschenk. Jetzt vorbestellen!

DJ Sabrina the Teenage DJ

Hin und wieder fühle ich mich wie gefangen im Körper eines ewigen Teenagers, der nach der Schule nach Hause kommt, den Computer-Tower mit dem großen Zeh anknipst und die CD, die er gerade aus der Bibliothek geliehen hat, auf den Computer rippt, um die Tracks dann auf den mp3-Player zu übertragen.

Leider (unterm Strich natürlich: Zum Glück!) bin ich kein Teenager mehr, und während ich mich – anstatt endlich den Arsch hochzukriegen – viel zu oft einer melancholischen Nostalgie der späten 1990er und 2000er hingebe, liefert DJ Sabrina the Teenage DJ den passenden Soundtrack dazu. In ihren lo-fi-house Tracks (und auf ihrer tollen Website) vermischt sie alles, was damals so aus unseren flackernden Fernsehgeräten flimmerte, und erzeugt so lauschige Klangteppiche, auf denen man nur zu gern rumlungert, verträumt ins Laptop guckt und dann Album für Album bei Bandcamp kauft und auf seinen mp3-Player lädt. Viel Spaß!

DJ Sabrina the Teenage DJ bei Spotify, Bandcamp und im Bandcamp-Portrait.

Red Hearse

Aktuell läuft bei mir das 2019 erschienene Album der Band Red Hearse rauf und runter, vor allem der Song Blessin’ Me. Die Band liest sich auf Wikipedia eher wie ein Side Project des Songwriters und Producers Jack Antonoff, der – sind wir mal ehrlich – ja auch in der restlichen Musik, die ich so höre, seine Finger im Spiel hat und hatte. Je mehr man über ihn liest, desto mehr will man es eigentlich nicht gelesen haben: ehemaliger Partner und Mitberwohner von Lena Dunham, Exfreund von Scarlett Johansson, Songwriting und Producing für Lorde, Tylor Swift, Lana Del Ray … Stop it already. Da ist mir das Side-Project-Framing von Red Hearse, zusammen mit Sam Dew und Sounwave, doch etwas lieber – und hörenswert ist es sowieso! Zum Beispiel auf Spotify oder Apple Music.