Schluss machen via SMS

»Ich mache Schluss, es ist aus.« Nicht antworten = Nichts passiert.
(Ein sehr hilfreicher Trick, den ich in einer Version von 2011 neulich in meinem Instagram-Feed entdeckt habe.)

»Ich mache Schluss, es ist aus.« Nicht antworten = Nichts passiert.
(Ein sehr hilfreicher Trick, den ich in einer Version von 2011 neulich in meinem Instagram-Feed entdeckt habe.)

Die Geste der ultimativen Herrschaft über sich selbst: Die Befreiung vom Rhythmus des Tages. Meist abends, nach dem Fallen aufs Sofa, oder vor dem Händewaschen nach einem langen Arbeitstag. Die Uhr gleitet nach wenigen mechanischen Handgriffen vom Gelenk: Das Ziehen des Bandes aus der Lasche, das Herauslösen des Verschluss-Keils, das Abziehen und Abrollen der Uhr von den Knöcheln – das Metall des Batteriefachs, dessen Kälte man tagsüber nicht spürt. Der Vorgang gleicht der Befreiung aus Handschellen, und hält man die Uhr dann zwischen den Fingern, zusammengefaltet und schwer, wird sie wieder zum Objekt, losgelöst vom Zerren der Zeit.


Ich habe mir vorgenommen, zukünftig mehr auf meinen Gesichtsausdruck zu achten. Unter großer Anstrengung neige ich dazu, die Augenbrauen angespannt nach oben zu ziehen: beim Radfahren im Gegenwind, beim Justieren von Buchstaben, beim Drehen einer Pirouette. Selbst beim Zeichnen eines Gesichts nehme ich unweigerlich den Ausdruck der zu Papier gebrachten Figur an: angespannt, kreischend, fröhlich oder zu Tode bestürzt spiegelt sich ihr Antlitz in meinem.