{"id":3352,"date":"2026-07-31T10:40:16","date_gmt":"2026-07-31T08:40:16","guid":{"rendered":"https:\/\/christowski.de\/blog\/?p=3352"},"modified":"2026-07-31T13:13:32","modified_gmt":"2026-07-31T11:13:32","slug":"juli-liste-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christowski.de\/blog\/2026\/07\/juli-liste-2026\/","title":{"rendered":"Juli-Liste 2026"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-3353 size-full\" src=\"https:\/\/christowski.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Juli-2026.jpg\" alt=\"Collage: Toast Hawaii, ich im Boot, ein Drink, Konfetti-Herzen\" width=\"1600\" height=\"1056\" srcset=\"https:\/\/christowski.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Juli-2026.jpg 1600w, https:\/\/christowski.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Juli-2026-300x198.jpg 300w, https:\/\/christowski.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Juli-2026-1024x676.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1600px) 100vw, 1600px\" \/><\/p>\n<ul>\n<li>Meine Mutter und ich machen unsere neue Entspannungs\u00fcbung: Wir legen uns sieben Minuten auf den Boden. Alle Gliedma\u00dfen m\u00fcssen die Erde ber\u00fchren, und dann atmen wir: ein (1, 2, 3, 4), und aus (1, 2, 3, 4, 5, 6). Sieben Minuten lang entspannen wir so unsere Nervensysteme.<\/li>\n<li>Ich laufe durch die Ritterstra\u00dfe, die voller (mir) neuer B\u00fcrogeb\u00e4ude und Startups ist. Fr\u00fcher war hier doch mal ein Club?, denke ich. So alt bin ich jetzt also. Aber egal wie gentrifiziert eine Gegend in Berlin ist, man muss nur ein oder zweimal um eine Ecke biegen, schon tritt man wieder in Hundekot, und M\u00fcll, und irgendwo nimmt jemand Drogen.<\/li>\n<li>Die Nachbarn im Haus gegen\u00fcber haben ein Gedicht f\u00fcr den verstorbenen Hausmeister geschrieben und ans schwarze Brett gepinnt. Daneben h\u00e4ngen Post-its; Beileidsbekundungen, Erinnerungen, Danksagungen. Bald ist die Beerdigung. So viel N\u00e4he f\u00fcr so eine anonyme Stadt ist wirr und sch\u00f6n.<\/li>\n<li>A. macht mir ein Kompliment f\u00fcr mein dichtes Haar. Ich kann ihm gar nicht glauben, aber fortan befl\u00fcgelt mich der Blick in den Spiegel. Minoxidil wirkt! Die T\u00fcrkei-Reise kann noch warten!<\/li>\n<li>Ich treffe L., der mir verr\u00e4t, dass er aus einer Designerdynastie kommt \u2013 beide Eltern seien Grafikdesigner\u00b7innen, so habe er den Beruf kennengelernt. Seine Mutter habe fr\u00fcher, no joke, beim Depesche-Verlag das Diddl-K\u00e4seblatt layoutet.<\/li>\n<li>Es ist Freitagabend und wir sitzen in einer Bar am Pfefferberg, und alle G\u00e4ste sind merkw\u00fcrdig gut angezogen, fast, als w\u00e4ren wir in M\u00fcnchen. Ich frage die \u00fcbertrieben stylische Kellnerin auf Englisch, ob das hier normal sei. Sie schaut etwas verwirrt, offenbar also <em>ja.<\/em><\/li>\n<li>P. \u00fcberredet mich, abends noch mal zu dem Baum zu spazieren, in dem er die Waschb\u00e4ren gesehen hatte. Wie zwei alte Herren starren wir nach oben, die Arme hinter dem R\u00fccken verschr\u00e4nkt. Wir schauen lange, und dann schauen sie zur\u00fcck, von weit oben, zehn kleine \u00c4uglein, die durch den Baum klettern und mit uns innehalten.<\/li>\n<li>Gegen 20 Uhr laufe ich \u00fcber die leeren Stra\u00dfen der Pride Parade; der Umzug ist mittlerweile am Brandenburger Tor angelangt. Ein Feuerwehrmann steht auf seinem Fahrzeugdach und spritzt die Stra\u00dfe mit Wasser ab, ein paar glitzernde M\u00e4dchen kreischen, lachen, werden nass; der Feuerwehrmann lacht mit. Das will ich vom Samstag behalten; diese Stimmung; wie sch\u00f6n kann etwas sein. Nach dem Anschlag, nachts, h\u00e4nge ich am Handy, lese Ticker, wir schreiben uns; alle, die ich kenne, sind okay. Nicht Angst macht sich in mir breit, sondern eine Wut, die ich bisher kaum versp\u00fcrt habe, so klar und stark und scharf; <em>jetzt erst recht.<\/em><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meine Mutter und ich machen unsere neue Entspannungs\u00fcbung: Wir legen uns sieben Minuten auf den Boden. 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