{"id":3337,"date":"2026-05-31T21:30:42","date_gmt":"2026-05-31T19:30:42","guid":{"rendered":"https:\/\/christowski.de\/blog\/?p=3337"},"modified":"2026-05-31T21:30:42","modified_gmt":"2026-05-31T19:30:42","slug":"mai-liste-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christowski.de\/blog\/2026\/05\/mai-liste-2026\/","title":{"rendered":"Mai-Liste 2026"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3338\" src=\"https:\/\/christowski.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Mai-2026.jpg\" alt=\"Collage: Selfie im Aufzug, Museum in Amsterdam, Bananen, ein Haus mit Blumen\" width=\"1600\" height=\"1056\" srcset=\"https:\/\/christowski.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Mai-2026.jpg 1600w, https:\/\/christowski.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Mai-2026-300x198.jpg 300w, https:\/\/christowski.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/Mai-2026-1024x676.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1600px) 100vw, 1600px\" \/><\/p>\n<ul>\n<li>Seit einigen Wochen scheint mich ein merkw\u00fcrdiger Wachstumsschub zu durchfahren. Meine Hosen sind zu kurz, die Kn\u00f6pfe lassen sich nur mit M\u00fche schlie\u00dfen. Mehrere T-Shirts sind zu eng; cartoonartig scheinen meine Oberarme zu dick f\u00fcr die \u00c4rmel geworden zu sein. Albern und fast l\u00e4cherlich, bin ich auch ein wenig stolz.<\/li>\n<li>Passend dazu im Amsterdamer Rijksmuseum gesehen: Verschiedenste Kunstwerke, die Narcissus zeigen, wie er sein Spiegelbild in der Wasseroberfl\u00e4che betrachtet. Alles, was er tun kann, ist, den Blick zu erhalten, nur so besteht die Illusion.<\/li>\n<li>Wohlwissend, dass ich nun wieder regelm\u00e4\u00dfig ins Fitnessstudio gehe, spielt mir Instagram die merkw\u00fcrdigsten Werbeanzeigen aus: \u00bbDie perfekte Zahnpasta f\u00fcr den Muskelaufbau! Du putzt dir 730 Mal im Jahr die Z\u00e4hne. Was wenn diese zwei Minuten mehr f\u00fcr dich tun k\u00f6nnten?\u00ab Late-Stage Capitalism im Mundraum, nein danke.<\/li>\n<li>In einem Amsterdamer Antiquariat entdecke ich eine riesige Brille (bestimmt einen Meter breit!), mit aufgemalten Augen. Ein skurriles Objekt, ich muss es haben. Nat\u00fcrlich kaufe ich es nicht. Traue mich nicht mal, nach dem Preis zu fragen. Seit einem Monat geht mir dieses Ding nun nicht mehr aus dem Kopf.<\/li>\n<li>Wir spazieren durch Moabit und folgen intuitiv den glitzernden Kost\u00fcmen. So landen wir im Publikum eines Rollschuhkunstlauf-Wettbewerbs: Junge Frauen (M\u00e4dchen!) in funkelnden Outfits rollen zu Boomer-Popmusik durch die Arena. Ich frage eine Person, die aussieht, als kenne sie sich aus, nach dem Bewertungssystem. \u00bbBewertet wird Technik und Ausdruck. 10 ist super, 1 ist schon extrem schlecht.\u00ab Keine der L\u00e4uferinnen, die wir sehen, erh\u00e4lt mehr als 3 Punkte, aber alle jubeln und klatschen, die Stimmung ist albern und sch\u00f6n.<\/li>\n<li>Vor dem Five Guys am Ku\u2019damm steht eine Skulptur: ein riesiger Obelisk auf einer Metallkugel. Wir sitzen am Rand und essen Pommes, und gucken zu, wie drei junge M\u00e4nner die Kugel anschieben und so zum Drehen bringen. Sie vereinen all ihre Kraft und bringen das Monument in Bewegung. Ein niedlicher Anblick, wie sie rennen und schieben und sich freuen und stolz sind. Einige Schaulustige bleiben stehen und sehen zu, so wie wir auch. Sp\u00e4ter am Abend gehe ich nochmal an der Kugel vorbei. Aus der N\u00e4he ist sie wirklich riesig, drei Meter Durchmesser, nie im Leben h\u00e4tte ich mich getraut, sie zu ber\u00fchren \u2013 sofort w\u00e4re das Gef\u00fchl des Scheiterns \u00fcber mich gekommen, ich konnte es schon sp\u00fcren zwischen der Kugel und mir.<\/li>\n<li>23:23 Uhr, ich liege drau\u00dfen unter dem Himmel, \u00fcber mir brettert der gro\u00dfe Wagen vorbei.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit einigen Wochen scheint mich ein merkw\u00fcrdiger Wachstumsschub zu durchfahren. Meine Hosen sind zu kurz, die Kn\u00f6pfe lassen sich nur mit M\u00fche schlie\u00dfen. Mehrere T-Shirts sind zu eng; cartoonartig scheinen meine Oberarme zu dick f\u00fcr die \u00c4rmel geworden zu sein. Albern und fast l\u00e4cherlich, bin ich auch ein wenig stolz. 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