{"id":2374,"date":"2020-11-22T19:55:38","date_gmt":"2020-11-22T17:55:38","guid":{"rendered":"https:\/\/christowski.de\/blog\/?p=2374"},"modified":"2022-11-15T20:36:52","modified_gmt":"2022-11-15T18:36:52","slug":"warum-eigentlich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christowski.de\/blog\/2020\/11\/warum-eigentlich\/","title":{"rendered":"Warum eigentlich"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"767\" class=\"alignnone size-full wp-image-2375\" src=\"https:\/\/christowski.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/why_white.jpg\" alt=\"Drawing of the word Why\" data-wp-editing=\"1\" srcset=\"https:\/\/christowski.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/why_white.jpg 1200w, https:\/\/christowski.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/why_white-250x160.jpg 250w, https:\/\/christowski.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/why_white-700x447.jpg 700w, https:\/\/christowski.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/why_white-768x491.jpg 768w, https:\/\/christowski.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/why_white-120x77.jpg 120w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><\/p>\n<p>Ich telefoniere mit meinem Freund David. Uns beide verbindet unter anderem eine Zuschreibung, die wir mal bei einem Gespr\u00e4ch von unserem gemeinsamen Professor an der Uni bekommen haben: \u00bbNachdenklich und trotzdem offen\u00ab nannte er uns, und beim Telefonat neulich merke ich, dass das immer noch irgendwie auf uns und unsere Herangehensweise an die Welt zutrifft.<\/p>\n<p>Wir sprechen \u00fcber unsere Arbeit, und warum wir sie tun. David besch\u00e4ftigt das gro\u00dfe <em>Warum;<\/em> die Suche nach einer tieferliegenden Begr\u00fcndung seines Handels. Warum machen wir das, was wir machen? Wir arbeiten darauf hin, so selbstbestimmt wie m\u00f6glich unsere Ideen zu verwirklichen, aber aufgrund welcher gr\u00f6\u00dferen Idee eigentlich?<\/p>\n<p>F\u00fcr mich ist es eine nicht zu beantwortenden Frage, die Frage nach dem <em>Why.<\/em> Sie bringt mir zu sehr ins Wanken, macht mich m\u00fcrbe und ein wenig depressiv. Jede Antwort darauf klingt zu pathetisch, nach leeren Worth\u00fclsen oder nach einer Verantwortung, der ich niemals gerecht werden k\u00f6nnte. Ich lege den Gedanken beiseite, mit der Ausrede, ich br\u00e4uchte gerade keine Antwort darauf. Ganz \u00fcberzeugt bin ich noch nicht davon.<\/p>\n<p>David arbeitet seit einigen Jahren an seinem Produkt <a href=\"https:\/\/shelfd.com\/\">Shelfd<\/a> \u2013 ein Online-Service, der die besten Inhalte aus s\u00e4mtlichen Mediatheken sammelt und empfiehlt. Einmal pro Woche erhalte ich einen Newsletter mit Filmen, die es etwa gerade in der arte-Mediathek gibt, und die ich sonst definitiv verpasst h\u00e4tte. Eine super Sache.<\/p>\n<p>F\u00fcr mich als Beobachter ist irgendwie total klar, warum David das macht: Er liebt Filme, und ist begeistert von der Idee, andere mit dieser Begeisterung anzustecken. Viel mehr braucht es f\u00fcr mich nicht, um die Frage nach dem Warum zu beantworten.<\/p>\n<p>Aber im eigenen Kopf dreht man eben ganz andere Schleifen und Runden, die einem aus der Beobachter-Perspektive verborgen bleiben. Unterwegs im eigenen Kopf sieht man zwar mehr, aber das alles zu ordnen und Sinn stiftend anzulegen, ist eine komplexe Aufgabe. Und man kann sich selbst ja nicht ununterbrochen nur aus der Beobachter-Perspektive wahrnehmen (obwohl ich das bei mir oft gerne t\u00e4te) \u2013 dann entrinnt einem ja das Leben. Vielleicht bekomme ich das gerade, so ganz leise, zu sp\u00fcren; wie ein kleines Rinnsal schl\u00e4ngelt sich dieses Gef\u00fchl seit unserem Gespr\u00e4ch in mir entlang.<\/p>\n<p>Aber dann wiederum: Soll es eben. Soll es eben mal rinnen, eine Weile, so lange, wie ich diese gro\u00dfe Warum-Frage noch ausreizen kann. Der eine, mich \u00fcberzeugende Gedanke wird schon in irgendeiner Biegung h\u00e4ngen bleiben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich telefoniere mit meinem Freund David. 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