{"id":2265,"date":"2020-06-21T14:31:34","date_gmt":"2020-06-21T12:31:34","guid":{"rendered":"https:\/\/christowski.de\/blog\/?p=2265"},"modified":"2022-11-15T20:36:52","modified_gmt":"2022-11-15T18:36:52","slug":"allegro-pastell","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christowski.de\/blog\/2020\/06\/allegro-pastell\/","title":{"rendered":"Allegro Pastell"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"1067\" src=\"https:\/\/christowski.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/randt-allegro-pastell.jpg\" alt=\"Coverfoto vom Buch Allegro Pastell von Leif Randt\" class=\"alignnone size-full wp-image-2266\" srcset=\"https:\/\/christowski.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/randt-allegro-pastell.jpg 800w, https:\/\/christowski.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/randt-allegro-pastell-250x333.jpg 250w, https:\/\/christowski.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/randt-allegro-pastell-768x1024.jpg 768w, https:\/\/christowski.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/randt-allegro-pastell-700x934.jpg 700w, https:\/\/christowski.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/randt-allegro-pastell-120x160.jpg 120w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/p>\n<p>W\u00e4hrend ich es fr\u00fcher oft verwerflich fand, aktuellen kulturellen Trends zu folgen, habe ich letzter Zeit einen gewissen Gefallen daran gefunden. Deshalb habe ich beschlossen, mehr zeitgen\u00f6ssische Beststeller zu lesen, um mich schnell in Debatten zu neuer Literatur einbringen zu k\u00f6nnen. Zwar bin ich immer noch der Meinung, dass man nur das konsumieren sollte, was einem inhaltlich Freude bereitet \u2013 aber die Freude am Bescheid wissen und Mitreden ist nicht zu untersch\u00e4tzen.<\/p>\n<p>Das neue Buch von Leif Randt, <em>Allegro Pastell<\/em>, ist eins der B\u00fccher, die meine sozialen Netzwerke in letzter Zeit sehr oft in ihre Instagram Stories gepostet haben. Der Konsens war immer: Tolles Buch, aber sehr schmerzhaft zu lesen, denn es tr\u00e4fe uns Berliner Hipster wirklich mitten ins Gesicht; es sei, als w\u00fcrden wir enttarnt in unserem etwas zu sorglosen, etwas zu konformen Lebensstil.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich wurden ich und mein Lifestyle sehr oft zum Gegenstand, den Leif Randt etwas zu genau und pr\u00e4zise beschreibt. Berliner um die 30, Webdesigner oder Autorin, reflektiert und vorsichtig, hin wieder sagt jemand \u00bbBlockchain\u00ab oder verschickt Sprachnachrichten. Die Berliner Schaupl\u00e4tze des Romans kenne ich alle sehr gut, obwohl ich selten ausgehe (sogar den D\u00f6ner-Imbiss auf der Potsdamer Stra\u00dfe, der eigentlich keine sehr bekannte oder nennenswerte Adresse ist). Das zeugt davon, dass ich wirklich dem hundertprozentigen Klischee entspreche, das jemand \u00fcber das aktuelle Gentrifikationsklientel der Stadt aufstellen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Ich fand den Roman aber nicht schmerzhaft, sondern wirklich einfach sehr pr\u00e4zise und unterhaltsam. Randt schreibt Utopien, die vielleicht nicht inhaltlich, aber sprachlich entspannend sind, weil sie so eine Ruhe und Sorglosigkeit ausstrahlen. Alles wird analysiert, aber die Analyse f\u00fchrt nie zu Panik, sondern immer zu Zufriedenheit. Das habe ich schon bei <em>Schimmernder Dunst \u00fcber CobeyCounty<\/em> geliebt. Und die Utopie des Normalen ist vielleicht auch in einer Pandemie kein ganz schlechter Lesestoff.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend ich es fr\u00fcher oft verwerflich fand, aktuellen kulturellen Trends zu folgen, habe ich letzter Zeit einen gewissen Gefallen daran gefunden. Deshalb habe ich beschlossen, mehr zeitgen\u00f6ssische Beststeller zu lesen, um mich schnell in Debatten zu neuer Literatur einbringen zu k\u00f6nnen. 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