{"id":17,"date":"2018-06-10T11:22:47","date_gmt":"2018-06-10T11:22:47","guid":{"rendered":"http:\/\/christowski.de\/blog\/index.php\/2018\/06\/10\/ueber-biolaeden\/"},"modified":"2022-11-15T20:36:53","modified_gmt":"2022-11-15T18:36:53","slug":"ueber-biolaeden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/christowski.de\/blog\/2018\/06\/ueber-biolaeden\/","title":{"rendered":"\u00dcber Biol\u00e4den"},"content":{"rendered":"<p>Sieht man von einigen Nebens\u00e4chlichkeiten wie den heruntergekommenen H\u00e4usern, den Massen an nicht abgeholtem Sperrm\u00fcll oder den h\u00e4sslichen Neubauten ab, ist Neuk\u00f6lln tats\u00e4chlich wie ein junger Prenzlauerberg-Szenebezirk. An einigen Orten wird das ganz besonders deutlich: In Biom\u00e4rkten zum Beispiel. Es gibt hier im Bezirk immer mehr davon, und sie sind der Hauptmagnetpunkt f\u00fcr junge Familien, besonders M\u00fctter (den ehrlicherweise wird auch in den meisten jungen, conscious Bio-Familien das klassische Familienmodell gelebt).<\/p>\n<p>Ich muss deshalb mal kurz etwas \u00fcber Biom\u00e4rkte loswerden. In vielen Aspekten (abgesehen von der Tatsache, dass ich gerade weder Ehe noch Kinder habe noch will), entspreche ich total dem Biomarkt-Klientel. Ich versuche, m\u00f6glichst verpackungsarm einzukaufen (klappt weniger gut); wenn ich die Wahl habe, greife ich zu regionalen Produkten, etc pp. Ich bin kein besonders erfolgreicher \u00d6ko, aber ich gebe mir M\u00fche.<\/p>\n<p>Samstag Vormittag laufe ich also durch Neuk\u00f6lln, um ganz yuppieesk meine <i>Errands <\/i>zu erledigen \u2013 ich bringe die leeren Milchflaschen zur\u00fcck, die man nur in diesem Laden kaufen und abgeben kann. Nat\u00fcrlich ist am Samstag viel los dort \u2013 alle m\u00fcssen ja ihre <i>Errands<\/i> erledigen, das haben wir auf dem Land von unseren M\u00fcttern so gelernt.\u00a0<\/p>\n<p>Und hier ertappe ich mich dabei, wie ich mich in meinem selbsterw\u00e4hlten Lifestyle furchtbar nerve; und wie mich alles daran und drumherum nervt. Biom\u00e4rkte sind oft sehr klein \u2013 aber die Biofamilien kommen nicht allein: Sie bringen ihre Lastenr\u00e4der mit, und ihre Fahrradanh\u00e4nger zum Kindertransport (ein Konzept, das mir auf den ruppigen Berliner Stra\u00dfen bisher sowieso unangenehm ist), und die m\u00fcssen durch den Bioladen gekarrt werden. Ich bin absolut f\u00fcr Lastenr\u00e4der, denn das hei\u00dft, dass man nicht im SUV die Stra\u00dfe verstopft \u2013 wieso also haben Biol\u00e4den anstatt der pseudogem\u00fctlichen Caf\u00e9s, in denen niemals jemand sitzt und Pastinakensuppe f\u00fcr acht Euro schl\u00fcrft, nicht einfach einen Parkplatz f\u00fcr diese sperrigen Vehikel? Nur so als Idee.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem sind im Biomarkt alle Menschen sehr langsam. Das kann man ihnen nat\u00fcrlich positiv anrechnen \u2013 die Leute hier sind nicht so alltagsgestresst; hier geht man es ruhig an und l\u00e4sst sich Zeit, um Kundinnen und Kassiererinnen ein L\u00e4cheln zu schenken. Aber ich, der als Zehnter mit seinen f\u00fcnf Milchflaschen in der Reihe steht (mehr darf man nicht sammeln, es gibt n\u00e4mlich kein Pfandlager; alles sehr beengt hier!), vermisse in diesem Moment die Effizienz meiner REWE-Kassiererin. Sie ist freundlich <i>und<\/i> schnell \u2013 und damit dem Bioladen um einiges voraus.<\/p>\n<p>Ich will mich nicht direkt beschweren; eher beobachten. Das alles sind selbst gemachte Probleme (ich k\u00f6nnte ja auch die Pseudo-Biomilch im Tetrapack kaufen!), aber manchmal tut es gut, sich kurz \u00fcber Belangloses zu erz\u00fcrnen. Wenn wir ehrlich sind, sind die meisten der Probleme, \u00fcber die wir uns gerne aufregen, handgemacht. Regional. Artisanal. Bio vermutlich auch. Problemmanufaktur \u00bb<i>Ich!\u00ab<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sieht man von einigen Nebens\u00e4chlichkeiten wie den heruntergekommenen H\u00e4usern, den Massen an nicht abgeholtem Sperrm\u00fcll oder den h\u00e4sslichen Neubauten ab, ist Neuk\u00f6lln tats\u00e4chlich wie ein junger Prenzlauerberg-Szenebezirk. An einigen Orten wird das ganz besonders deutlich: In Biom\u00e4rkten zum Beispiel. 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